Ich über mich
Mit diesem Waschmaschinen-Forum ging am 21.03.2004 mein großer Traum in Erfüllung...doch begonnen hat alles schon vor fast 40 Jahren!

Am Sonntag, dem 16. August 1964 um 7.10 Uhr erblickte ich in Elmshorn im schönen Schleswig-Holstein das Licht der Welt.

Aufgewachsen bin ich dann in Bokholt-Hanredder Ortsteil Offenau, das ist ein irre langer Name für eine kleine Gemeinde die damals so um die 800 Einwohner hatte.

Für meine Mutter war die große Wäsche damals ein ziemlicher Graus...die einzige Erleichterung zwischen Zinkwannen, Waschkessel und Wäscheleine war eine Spülschleuder von Scharpf, die mit der Schleuderfee :-)). So nannte man eine kleine elastische Plastikscheibe, mit der die rotierende Wäsche davor geschützt wurde, aus der Trommel herauszulaufen.

Irgendwann gab das gute Stück seinen Geist auf und so kauften meine Eltern bei Meinhard Krohn (ich nannte ihn später nur Onkel Meinhard und ihm verdanke ich viele Exponate meiner Prospektsammlung) unserem 'Elektro-Höker' im Dorf die MIELE W 420. Den ersten Waschvollautomaten mit Einknopf-Automatik.

Es soll wohl so gewesen sein, dass meine Eltern, als die Maschine angeschlossen wurde, nicht zu Hause waren. Klein Kai war also allein mit Onkel Meinhard und der wahnsinnig aufregenden Maschine...UND DAS SCHICKSAL nahm seinen Lauf.

Während andere Kleinkinder Kosenamen für Ihre Lieblingsteddys erfinden, war mein Lieblingswort WEWA für meine Lieblingsspielzeug überhaupt, unsere W 420. Gern saß ich auf dem Hocker in der Küche und sah der rotierenden Wäsche zu. Wenn meine Mutter zufällig den Blick zum Bullauge versperrte war mein Lieblingsspruch :Mama, geh mal aus dem Wewa-Bild.

Gebadet wurde Klein-Kai selbstverständlich auch vor der Waschmaschine.

Getrocknet wurde die Wäsche auf der Leine und meine Mutter spannte extra für mich eine 'halbhohe' Leine. Ich bekam dann immer eine kleine Schüssel voll Wäsche ab und konnte sie selbst aufhängen. Dieser Duft der frischgewaschenen und an sauberer Landluft getrockneter Wäsche ist mir noch heute wohliger Erinnerung.

Dass sich nun aber ein Junge statt für Fußball und Autos für Waschmaschinen und Wäsche Waschen interessierte, stieß nicht bei jedem auf Verständnis. Ich erinnere mich noch an eine Situation, als ich damals unserer Nachbarin anbot, die Wäsche für sie aufzuhängen und mit den Worten abgewiesen wurde: "Das kannst Du bei Deiner Mutter machen, bei mir machst Du sowas nicht. Du bist doch kein Mädchen." Soviel zum Thema Rollenverteilung der späten 60 er !!

An dieser Stelle sage ich meiner Mutter und meinem leider sehr früh verstorbenen Vater herzlichen Dank dafür, dass sie meine Liebe zu Waschmaschinen immer akzeptiert und sogar unterstützt haben. Mein Vater war zum Teil richtig stolz auf mich doch dazu später mehr.

Ich wußte in meiner Kindheit genau, welche Maschine in welchem Haushalt unserer Nachbarn und Verwandten stand und jeder Besuch war mit dem Gedanken verbunden 'Wo mag wohl die Waschmaschine stehen'. Schön war es, wenn das gute Stück im Badezimmer stand...meine Güte, mußte ich dann oft auf's Örtchen :-))).

Unsere Nachbarn hatten damals einen schmalen Philips-Toplader. Wohl einer der ersten schmalen (40 cm) Toplader auf dem deutschen Markt mit 300 U/min im Schleudergang, der von Hand nach Ablauf des Programms eingestellt werden mußte. Dann gab's noch die 'Lavamat-Fraktion' in der Nachbarschaft. Der wirkliche Ur-Lavamat, im Boden verankert und ohne Schongang. Für Feinwäsche wurde in der Bedienungsanleitung geraten, das Wasser erst aufheizen zu lassen, dann das Bullauge zu öffnen und die Wäsche einzulegen...was nur funktionierte, weil es nur einen (niedrigen) Wasserstand gab.

Die meisten Haushalte wuschen mit Miele...2 Nachbarinnen hatten bis in die frühen 70 er sogar noch richtige Waschküchen, mit Waschkessel, Miele-Holzbottich- Waschmaschine und Wäscheschleuder (eine Bauknecht mit Frischluftzufuhr). Meine Tante besaß die Miele 65 C, damals besser bekannt als Combinette. Links Bottichwaschmaschine, rechts Wäscheschleuder.

Mein Lieblingsspielplatz war der Hof von Onkel Meinhard (siehe oben). Dort standen für mich als Kind unendlich viele ausrangierte Waschmaschinen: Constructa , AEG Standard, Miele 505, Miele 403 Bauknecht uvm. Stundenlang konnte ich dort Schalter bedienen, Trommeln drehen, und manchmal durfte ich sogar noch funktionstüchtige Maschinen ausprobieren.

Irgendwann zeigte mir Onkel Meinhard auf dem Dachboden alte (damals schon alte!!!) Prospekte und schenkte mir so manches Prachtstück meiner Sammlung, die ich unter der Rubrik 'Prospekte' vorstelle.

In der 4. Klasse schrieb ich dann einen Aufsatz, natürlich zum Thema Waschmaschine, das war übrigens am 18.März 1974, fast genau 30 Jahre bevor das Waschmaschinen-Forum online ging...

Kurz bevor ich im Sommer 1974 auf die Elsa-Brändström-Schule in Elmshorn wechselte, gab es die absolute Krönung meiner Leidenschaft zu den Waschmaschinen: Ein Besuch der Miele-Werke in Gütersloh. Wie es zu diesem Besuch kam, warum ich als 10-jähriger diese 'Ehre' hatte?

Mein Vater war Handelsvertreter und für mich als Kind, gab es nichts Schöneres, als ihn bei seinen Kundenbesuchen zu begleiten. Am liebsten waren mir Kaufhäuser mit Elekrogeräte-Abteilungen, oder Kunden, wo es in der Nähe einen Waschsalon gab, wo mich mein Vater dann absetzte und wieder abholte. In der Hamburger Innenstadt gab es eine Miele Niederlassung in der Hermannstraße (nicht zu verwechseln mit der Herbertstraße auf St. Pauli!!!). Mein Vater und ich waren dort 'Stammkunden' und dem Personal dort bestens bekannt... ja und irgendwie hat mein Vater voller Stolz auf seinen Sohn dort einen Besuch in Gütersloh organisiert.

Frühmorgens fuhren wir beide dann mit Onkel Meinhard zusammen nach Gütersloh...ich glaube ich habe jede Sekunde dieses Besuches gespeichert, ein Bericht würde hier den Rahmen sprengen...es war ein klasse Tag. Ein älterer Verkaufsleiter lud uns noch zum Essen ein und als Geschenk gab es die Jubiläumsschrift zum 75-jährigen Bestehen des Unternehmens. Ich habe dieses Heft wirkllich auswendig gelernt, und somit hatte mein erstes Referat auf dem Gymnasium auch das Thema:

Die Firmengeschichte der Firma Miele & Cie.

Es gab dafür eine glatte 1, und mein Vater war wieder stolz... so stolz,dass sich auch seine Rede anläßlich meiner Konfirmation 1979 um das Thema Waschmaschinen drehte:





Worte zur Konfirmation am 20.5.1979

Meine lieben Gäste, mein lieber Kai!

Wir haben uns heute eingefunden, um die Konfirmation von unserem Kai, zu feiern.

Vor ca. 15 Jahren haben wir in diesem Rahmen Deine Taufe gefeiert. Auch hierbei warst Du Mittelpunkt, Aber nach meiner Schätzung in Deiner Denkweise noch nicht so ausgeprägt, daß Du diese Taufe wahrnehmen konntest.

Heute bist Du nun als vollwertiges Mitglied in der Christengemeinde aufgenommen worden. Pastor Lenz hat Dich über die Rechte und Pflichten eines jeden Christen aufgeklärt. Bei den Pflichten besonders über die 10 Gebote.

Ich selbst möchte nun in wenigen Sätzen einen Rückblick halten.

Wie Du geboren wurdest, waren Deine Geschwister bereits aus dem Gröbsten heraus und Du wurdest nun Mittelpunkt. Vielleicht haben Sie Dich mit einer, gewissen Skepsis betrachtet, ich vermag es nicht zu beurteilen. Sie werden es Dir selbst einmal sagen,

Es dauerte nicht lange, dann trat ein technisches Wunder in unsere Mitte. Dieses Wunder stand in der Küche und nannte sich Waschmaschine (Wewa) Vor Deiner Entdeckung war dieses Haushaltsgerät nur Mittel zum Zweck. Für Dich wurde es ein Wunderwerk und ist es bis heute geblieben.

Es begann nun das Sammeln von Prospekten und das Besuchen von Elektro-Abteilungen in Kaufhäusern. Ferner waren wir Stammkunde bei der Firma Brinkmann in Hamburg. Bei unseren gemeinsamen Kaufhausbesuchen, wurden wir oft von den Verkäufern in der Elektroabteilung angesprochen. Meine Redewendung war stets, mein Sohn möchte sich in ca 15 Jahren eine Waschmaschine anschaffen und wollte sich schon heute informieren.

Die Steigerung von Deinem Interesse war nun der Besuch von Wasch- und Reinigungszentren. Zwischen Flensburg und Hamburg wer uns kein Waschsalon mehr fremd, Wie oft habe ich Dich vor meinem Kundenbesuch in einem Waschsalon abgesetzt und anschließend wieder abgeholt.

In Kiel z.B. entdeckten wir in einer Nebenstraße eine kleine Wäscherei, die von einer Oma betrieben würde. Wir haben diese Oma mehrere Male besucht und uns das Routieren der schmutzigen Wäsche angesehen. Diese Oma war in Deinen Augen sehr fortschrittlich. Sie hatte die besten Waschmaschinen der Welt. Miele - Waschmaschinen.

Ich glaube, daß der Besuch der Firma Miele & Cie, in Gütersloh die Krönung Deines Waschmaschinen-Interesses war. Nach mehreren gemeinsamen Besuchen bei der Miele - Beratungsstelle in Hamburg, war man von Deinen Waschmaschinen- Kenntnissen so begeistert, daß wir zu einer Werksbesichtigung nach Gütersloh eingeladen wurden.

Im Vorwege muß gesagt werden, daß Du über die Geschichte der Firma Miele & Cie bestens informiert warst und sogar in der Schule einen kleinen Vortrag über diese Firma gehalten hast.

Neben diesem Wissen über diese Firma, kam nun das persönliche Kennenlernen. Bei dieser Führung durch das Werk hast Du die Entstehung Deiner Wundermaschine kennengelernt. Nach der Führung wurden wir dann von der Verkaufsleitung zu einem Essen eingeladen. Am Nachmittag hatten wir noch Gelegenheit, das neue Werk in Warendorf zu besichtigen.

Mein lieber Kai, dieses zu Deiner Wundermaschine. Die es auch heute noch ist.

Wenn ich Dich oftmals enttäuschen mußte, weil mein Interesse, in punkto Waschmaschine, mit Deinem nicht übereinstimmte, so bitte ich Dich nochmals um Nachsicht.

Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß Du das Waschen in unserer Familie übernommen hast. Ebenso den Einkauf der Waschmittel. Diese Tätigkeit ist für Deine Mutter immer eine große Entlastung gewesen. Hierfür wird sie Dir auch immer dankbar sein.

Abschließend darf ich sagen, daß die vielen Menschen, die dieses Wunderwerk herstellen und verkaufen wollen, beruflich etwas leisten müssen. Welchen Beruf Du einmal ergreifen wirst, wissen wir noch nicht. Aber wenn Du für Deinen späteren Beruf genau so viel Interesse aufbringst wie für die Waschmaschine, so möchte ich annehmen, daß Du auch hier voran kommen wirst.

Wir trinken auf das Wohl unseres lieben Kai.

Es ist noch zu erwähnen, dass unsere W 420 Ende 1976 ihre treuen Dienste aufgab (Lagerschaden)...gerade als die Bundeswehrklamotten meines Bruders gewaschen wurden. War sie etwa eine Pazifistin???

Im Januar 1977 trat dann eine W 433 ihre Dienste an. Topmodern mit Stufenschleudern und Spartaste (diese Taste übersprang lediglich die Vorwäsche, einen Spülgang und das Stufenschleudern - also eher Zeitsparen als Energiesparen).

Ja und diesen Jahren gab es viele andere wichtige, schöne, traurige Erlebnisse (bald wird einiges unter www.kaizunker.de zu lesen sein) in meinem Leben und das Thema 'Waschmaschine' nahm immer weniger Platz ein. Immer noch sammelte ich Prospekte und fand einfach Waschmaschinen interessant. Aber eher für mich allein, ohne darüber zu sprechen, so wie ich viele Dinge in den 80er Jahren mit mir allein ausgemacht habe.

Doch zum Glück gab es dann immer wieder Menschen, denen ich mein besonderes Hobby offenbarte und die mich unterstützten.

Hier möchte ich mich bei Hansjörg bedanken, der sich mit stoischer Ruhe nicht nur in Hamburg mit mir Münz-Waschsalons angesehen hat, sondern auch auf unseren vielen gemeinsamen Reisen, z.B. in die USA, wie hier links in auf unserer Kalifornien - Rundreise in San Fransisco.

Wir tauften die dort noch üblichen Bottichwaschmaschinen wob-wob (in etwa das Geräusch des sich hin und her bewegenden Waschflügels) und es war für mich ein reines Fest in dem amerikanischen Laundromats die Urlaubswäsche zu waschen. Außerdem standen dort auch noch ziemlich antik aussehende Trommelwaschmaschinen, von der Form her wie die Miele 307 aus den 50er Jahren.

Auch als ich mich Mitte der 90 er mit einem Waschsalon selbstständig machen wollte, studierte er mit mir gemeinsam Angebote und sah sich die schäbigsten und ältesten Waschsalons Hamburg an, denn die waren jedenfalls günstig zu erwerben. Glücklicherweise habe ich dann so ein uraltes Teil mit Voss - Dampfwaschmaschinen nicht gekauft, heute sind ja die Auslastungen in Waschsalons sehr rückläufig. Aber es war schon eine interessante Zeit.

Eine nette Episode ereignete sich 1995, als Miele eine Werbe- kampagne für die Treue der Miele-Kunden startete. Was sah ich dort auf dem Foto: die gute W 420. Um so erstaunter war ich, als diese Maschine dann im Text als W 421 bezeichnet wurde...
Grund genug für mich, Miele auf diese Verwechslung hinzuweisen und um ein paar alte Bedienungsanleitungen zu bitten. Einige Wochen später bekam ich neben den Anleitungen etwas, worauf ich sehr stolz bin:

Ein Schreiben von Herrn Rudolf Miele persönlich:

Wieder ein kleiner Zeitsprung...in das Jahr 2002...Kai goes eBay.

Ich entdeckte irgendwann eBay als Fundgrube für meine Sammel- leidenschaft. Hier gibt es alte Maschinen, alte Prospekte und Bedienungsanleitungen...es ist wirklich manchmal wie Weihnachten, wenn ein ersteigertes Objekt bei mir zu Hause ankommt. Irgendwann versteigerte ich eine alte Bedienungsanleitung des Miele Geschirr- spülers G 45 und ein gewisser 'mielenkohni' war der Käufer.

Ich verschickte die Anleitung mit der Anmerkung 'herzliche Grüße von einem Miele Fan aus Hamburg'. Zurück kam eine kurze Mail mit der Frage, wie das denn mit dem Miele-Fan gemeint sei. Nun, ich schrieb ein paar Anekdoten aus meinem Leben...und zurück kam eine lange Mail mit ähnlichen Geschichten aus seinem Leben.

Es war schon ein wahnsinniges Gefühl...38 Jahre dachte ich, der einzige Mensch zu sein, für den Waschmaschinen so viel bedeuten...Dir, lieber Uwe, danke ich dafür, daß ich nun weiß, ich bin nicht allein so verrückt. Außerdem ist daraus eine wunderbare Freundschaft geworden...eBay sei Dank... Anfang Mai 2003 bin ich dann 'bewaffnet' mit einer großen Kiste voll Waschmaschinen -Prospekten zu Uwe nach Düsseldorf gefahren und wir haben stundenlang in unseren alten Prospekten gewühlt und ein 'Ohhh' , 'Ahhh' und 'weißt Du noch die Maschine' jagte das nächste.

Ende September folgte sein Besuch in Hamburg und wir machten eine Stadtrundfahrt der besonderen Art...nämlich zu den interessantesten SB-Waschsalons der Stadt. Diese Rundfahrt endete in der Wasch-Bar in Ottensen bei einem Cappuccino. Wir schmiedeten Pläne, um unser gemeinsames Hobby noch weiter auszubauen... so zum Beispiel unseren gemeinsamen Traum eines Waschmaschinen-Museums zu verwirklichen.

Im Oktober lernte ich dann Jan kennen. Er ist ein absoluter Könner in Sachen Homepage-Erstellung und hat mich ermutigt, die Idee dieser Seite zu verwirklichen und mit Forum und Gästebuch allen Begeisterten und Interessierten eine Plattform zur Kommunikation zu geben. Von Jan stammen auch diese wunderbaren Elemente auf der Homepage wie der Schalter (frei nach der Miele W 421), das Bullauge mit Inhalt und Geräusch und eben der komplette Aufbau...dafür danke ich ihm sehr.

Ja, nun bin ich beim Heute angelangt und total gespannt, wie es weitergeht und was auf dieser Homepage alles passieren wird.

Ich freue mich auf Eure Kommentare, Meinungen, Geschichten etc. zum Thema Waschmaschinen und zu dieser Homepage.

und...ich bin laufend auf der Suche nach alten Prospekten, Bedienungsanleitungen und Maschinen...denn den Traum Waschmaschinen-Museum gilt es noch zu verwirklichen.

Herzliche Grüße an Euch alle

Kai