Die erste 'Waschmaschine des Monats' in diesem Forum ist die Maschine, mit der meine Leidenschaft begann... die Miele W 420.
Sie wurde 1962 das erste Mal gebaut und war der erste deutsche Waschvollautomat mit Einknopf-Automatik. Die Hausfrauen und die damals noch wenigen Hausmänner brauchten nur einen Schalter auf das gewünschte Programm zu drehen... alles andere (Temperatur, Waschrhythmus, Wassermenge etc.) wurde dann automatisch im 'Elektrogehirn' geregelt, das sich in dem Bedienpult befand, welches der Maschine ein sehr professionelles Aussehen gab. Die erste Ausführung verfügte über 12 Waschprogramme + Pumpen für Programme, die im Spülstopp endeten.
Außerdem gab es nur eine Einspülkammer für Waschmittel. Damals war es üblich immer mit Vor - und Klarwäsche (= Hauptwäsche) zu waschen. Das Waschmittel für die Klarwäsche konnte erst eingefüllt werden, wenn das Wasser für die Vorwäsche eingelaufen war. Es fehlte noch ein separates Schleuderprogramm. Wenn also Feinwäsche oder Pflegeleichtes (die Programme dafür hatten so tolle Namen wie No-Iron = Pflegeleicht 95 ° und Nylon-Perlon = Pflegeleicht 60°) nach dem Spülstopp geschleudert werden sollte, waren so einige Schaltgriffe nötig.
Dazu ein Auszug aus der Bedienungsanleitung der ersten W 420:
'Unsere' W 420' von 1965 hatte diese 'Kinderkrankheiten' schon nicht mehr. Die Programmpalette wurde um die Programme 'Schleudern' und 'Feinwäsche 60°' erweitert.
Bei der Anwahl des Programms 'Schleudern' drehte der rote Programmablauf-Anzeiger mit eingeschalteter Laugenpumpe bis zum Abpumpen des 5 Spülgangs. Ja, es wurde 5 mal gespült, von Wasser- und Energiesparen noch keine Spur (die Miele Kleinraum-Waschautomaten 401 und 400 spülten sogar 6 mal). À propos Energiesparen: Alles Waschprogramme außer dem Wollprogramm liefen im 2-Laugen-Verfahren (Vor-und Klarwäsche) ab und statt der Möglichkeit, die Vorwäsche entfallen zu lassen, konnte mit dem Programm 'Zusatzvorwäsche' eine zweite Vorwäsche gewählt werden. Außerdem war es jetzt möglich Waschmittel für Vor- und Klarwäsche gleichzeitig einzufüllen, denn es gab 2 Einspülkammern.
Die Schleuderdrehzahl wurde auf damals sensationelle 700 U/min erhöht. Eine Türverriegelung gab es noch nicht, dafür war das Bullauge mit einem Schlüssel abschließbar. Nun, ich hatte als Kind ziemlich schnell durchschaut, wie ich den Türkontakt eindrücken mußte, um die Maschine auch bei geöfneter Tür in Gang zu setzen.
Unsere W 420 hielt uns bis Ende 1976 die Treue. Vielleicht war sie ja eine Pazifistin, auf jeden Fall gab sie ihrem Geist auf, als gerade die Bundeswehr-Uniformen meines Bruders gewaschen wurden...